Jahreshauptversammlung 2011

Datzu schrieb Bernd Baur in der Schwäbischen Zeitung:

Die Freiwillige Feuerwehr Schwendi wurde im vergangenen Jahr zu 30 Einsätzen gerufen. Dies sind im Vergleich zu 2009 15 Alarmierungen weniger, dennoch fällt aus Sicht der Feuerwehr das Jahr 2010 aus dem normalen Rahmen. „Die Qualität einiger Einsätze war eine ganz andere als wir es in der Vergangenheit gewohnt waren“, erklärte Kommandant Alfons Christ bei der 134. Jahresversammlung am Samstag. Bei den Einsätzen waren insgesamt fünf Tote zu beklagen, „dies verlangte von der Mannschaft nicht nur eine physische sonders besonders eine psychische Anstrengung“. Vor allem bei einem schweren Verkehrsunfall mit drei Toten überschritt die psychische Belastung bei zahlreichen Feuerwehrleuten das bislang gewohnte Maß. „Der eine oder andere gelangte an seine Grenzen“, stellte Alfons Christ fest. Die Inanspruchnahme der Notfallseelsorge und eine intensive Nachbesprechung des Einsatzes haben geholfen, „die psychische Verfassung der Einsätzkräfte zu verbessern und das Erlebte leichter zu verkraften“.

 

Alles in allem leistete die Schwendier Feuerwehr mit einer Stärke von 44 Mann im vergangenen Jahr 685 Einsatzstunden. Pro Einsatz, so berichtete Schriftführer Ralf Stöhr, rückten durchschnittlich 17 Mann aus. Neun Mal musste die Feuerwehr bei Verkehrsunfällen Hilfe leisten, sonstige technische Hilfe war in vier Fällen gefragt. Außerdem registrierte die Wehr acht Alarmierungen zu Bränden, davon vier über Brandmeldeanlagen. Leider zu hoch, so Kommandant Christ, war 2010 die Zahl der Fehlalarme. Neun Mal gab es blinden Alarm, einige auch zu nachtschlafender Zeit. Die geforderten Ausrückzeiten und Einsatzstärken konnte die Freiwillige Feuerwehr Schwendi immer einhalten. Auch bei der Tagesverfügbarkeit gab es keine Probleme, dank der Bereitschaft der Betriebe konnten die Feuerwehrangehörigen im Einsatzfall ihre Arbeitsplätze verlassen. Der hohe Ausbildungsstand bei der Wehr wurde unter anderem durch 18 Übungsabende, durch zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen und durch den Besuch von etlichen Lehrgängen gefestigt und verbessert. „Ich meine behaupten zu können, wir bilden ein starkes Team, das gut funktioniert und harmoniert“, bilanzierte Alfons Christ. Und er fügte hinzu: „Wir sind bemüht, die Feuerwehr als wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft, unserer Gemeinde zu sehen“. Dabei weiß er Bürgermeister Günther Karremann an der Seite der Feuerwehr, „sie stehen unseren Belangen immer loyal und offen gegenüber“. Das Gemeindeoberhaupt wisse um die Bedeutung dieser größten freiwilligen Einrichtung, die in kürzester Zeit dem Bürger helfen kann. Dies rund um die Uhr, jeden Tag und obendrauf noch relativ billig. „Das Feuerwehrwesen kostet im Landesdurchschnitt 40 Euro pro Einwohner im Jahr. Billiger wird die Sicherheit wohl nicht zu haben sein“, glaubt Alfons Christ. Ein ganz großes Kompliment für die Arbeit sprach Bürgermeister Karremann der Feuerwehr aus. Das Jahr 2010 habe gezeigt, „dass der Dienst anstrengend, belastend und wichtig für die Bevölkerung ist“. Wären sie nicht vorhanden, wäre das eine richtige Katastrophe, untermauerte Karremann den Stellenwert der ehrenamtlich Tätigen. Er dankte der Wehr auch für die Wahrnehmung von Aufgaben in der Gemeinde, die zusätzlich übernommen werden.

 

Möglich ist dies der Feuerwehr auch, weil sie im Moment noch stabile Personalverhältnisse hat. Weil Quereinsteiger selten sind, sind einzig und allein die Nachwuchskräfte Garant für das Bestehen der Feuerwehr, lobte Alfons Christ die hervorragende Arbeit von Jugendfeuerwehrwart Thomas Stanossek und seinem Team. In der Jugendfeuerwehr Schwendi-Wain, die am 22. Mai 2011 ihr zehnjähriges Bestehen feiert, wurden 2010 insgesamt 42 Jugendliche an feuerwehrtechnische Aufgaben herangeführt. Über einen Aufwärtstrend anderer Art berichtete Jürgen Pfeiffer als Verwalter der Kameradschaftskasse. In Grußworten dankten Eberhard Seifried (Notfallseelsorge), Reinhold Steinmayer (ASB) und Anton Knupfer (Lauftreff) der Feuerwehr für die gute Zusammenarbeit und ihre Hilfe.

Mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber wurden bei der Versammlung Walter Ruf, Albin Mauz und Alfons Christ für ihren 25jährigen aktiven Dienst in der Feuerwehr ausgezeichnet. Bürgermeister Günther Karremann überreichte ihnen eine Urkunde von Innenminister Heribert Rech und lobte das Engagement über diesen langen Zeitraum. Als fleißige Besucher der Proben wurden von der Feuerwehr intern sieben Mitglieder ausgezeichnet: Joachim Arb, Simon Arb, Markus Arb, Jürgen Pfeiffer, Hubertus Fischer, Bernd Hader und Josef Hänn.

 

Ebenfalls würdigte Kommandant Christ das überdurchschnittliche Engagement von Xaver Lerch, Walter Ruf und Hubert Heinz. Weitere Feuerwehrmänner wurden befördert: Jakob Walter (Feuerwehrmann), Horst Wiedmann (Hauptlöschmeister), Matthias Müller, Joachim Miller (Oberfeuerwehrmann), Albin Mauz, Walter Ruf, Joachim Arb (Löschmeister) und Alfons Christ (Hauptbrandmeister).

 

Jahreshauptversammlung 2011

Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber erhielten aus der Hand von Bürgermeister Günther Karremann (Zweiter von links) die Schwendier Wehrmänner Alfons Christ, Albin Mauz und Walter Ruf (von links nach rechts). (Foto: Baur)